50plus
Hessischer Aktionstag 50plus am 26. April 2012
Im Rahmen des Hessischen Aktionstages "50plus" am 26. April 2012 fanden u.a. folgende Veranstaltungen statt:
Vogelsbergkreis: "Ermutigungs-Messe" eröffnete neue Wege
Informations-Veranstaltung der Kommunalen Vermittlungsagentur zum hessenweiten Aktionstag „50plus“
Vom Bewerbungstraining bis zur Farb- und Typberatung reichten die Informations-Angebote einer Art Messe, die die Kommunale Vermittlungsagentur des Vogelsbergkreises gestern in der Lauterbacher Adolf-Spieß-Halle veranstaltete. „Mit 50 geht noch was“ war der Titel dieser Veranstaltung, die im Rahmen des hessenweiten Aktionstages „50plus“ stattfand.
Teilgenommen haben alle hessischen Jobcenter, die an dem Bundesprogramm „Perspektive 50plus“ teilnehmen, wobei jedes sein Programm selbst gestaltete. Innerhalb dieses Programms bekommen die teilnehmenden Kommunen ein Budget, mit dem besondere Maßnahmen für ältere arbeitslos Gemeldete finanziert werden sollen. Im Vogelsbergkreis wird ein entsprechendes Programm angeboten, das unter dem Motto „Erfahrung ist Trumpf“ steht. Dabei werden nicht nur Menschen angesprochen, die auf der Suche nach einer Arbeit sind, sondern auch Firmen. Für sie werden finanzielle Förderungen angeboten, die es für sie attraktiver machen soll, ältere Arbeitnehmer einzustellen.
Mit dem Angebot bei der Veranstaltung in der Adolf-Spieß-Halle wollte das Jobcenter möglichst viele Aspekte des Arbeitslebens abdecken: Neben der Jobsuche selbst ging es um Qualifikation, Gesundheit und Auftreten.
Es stellten sich mehrere Firmen vor, zum Beispiel Zeitarbeitsfirmen. Bei ihnen konnten Vorstellungsgespräche vereinbart oder auch direkt geführt werden. Fahrschulen präsentierten ihr Angebot vor dem Hintergrund, dass in etlichen Berufen zusätzliche Führerscheine oder Fortbildungen für den Straßenverkehr erforderlich sind. Der Pflegestützpunkt Vogelsbergkreis stellte sein Angebot vor, und es gab Rentenberatung.
In Vorträgen war mehr über das richtige Verhalten im Bewerbungsgespräch zu erfahren, und in einem kleinen Kino, das hinter der Bühne der Halle eingerichtet worden war, waren kurze Filme über Menschen zu sehen, die in einem höheren Alter noch einmal erfolgreich in einen Beruf gefunden haben. Die Volkshochschule beriet insbesondere zu den Themen Ernährung und Bewegung. Ferner wurde Farb- und Stilberatung angeboten.
Neben dem Team von „Perspektive 50plus“ war es in der Kommunalen Vermittlungsagentur der Arbeitgeberservice, der sich um die Organisation der Messe in der Adolf-Spieß-Halle gekümmert hatte.
Kreisbeigeordneter Peter Zielinski bestellte bei der Eröffnung die Grüße von Landrat und Arbeitsdezernent Rudolf Marx und dankte der Kommunalen Vermittlungsagentur für deren Arbeit. Das Jobcenter habe seit seiner Gründung im Jahr 2005 vielen hundert Menschen neue Perspektiven aufgezeigt. „Junge Menschen, Alleinerziehende, ältere Arbeitsuchende - jede Zielgruppe wurde und wird extra in den Blick genommen, damit man praxisnah und erfolgreich am besten helfen kann“, so Zielinski. „50plus“ stelle einen besonderen Bereich dar. Das Jobcenter arbeite dabei seit vier Jahren in einem Beschäftigungspakt mit mehreren Landkreisen, darunter Fulda und Hersfeld-Rotenburg, zusammen. Das Ziel der Vogelsberger Vermittlungsagentur, 2011 durch Betreuung und Beratung 132 ältere Arbeitnehmer in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis zu bringen, sei erreicht worden. Das verdanke sich der Kompetenz der Mitarbeiter der Vermittlungsagentur, der Bereitschaft regionaler Unternehmen sowie dem Mut der Betroffenen, „sich auf etwas wirklich Neues einzulassen“.
Der Kreis wolle auf diesem Erfolg aufbauen, zum Beispiel „mit dem heutigen Experiment“, so Zielinski. „Ja, diese heutige Veranstaltung ist ein Experiment. Denn diese Art von Ermutigungs-Messe hat es im Bereich der KVA noch nicht gegeben.“ Es solle versucht werden, durch Kontakte und neue Informationen Wege zu beschreiten, die bisher noch nicht entdeckt worden seien.
René Lippert, Projektleiter und Maßnahmenplaner bei der Vermittlungsagentur, begrüßte ebenfalls die Anwesenden und stellte ihnen kurz das Programm vor. Ehe sich die Besucher auf die vielen Angebote verteilten, war es dicht gedrängt in der Adolf-Spieß-Halle.
Bergstraße: Erfolgreiches Forum der Begegnung und Zusammenführung: Aktionstag 50PLUS von Neue Wege in Heppenheim
„Ältere Arbeitnehmer sind ein unverzichtbarer Wert für jedes Unternehmen“ - da waren sich der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Thomas Metz und der Schirmherr des Pakts 50PLUS im Kreis Bergstraße, Klaus Schlappner, am Aktionstag 50PLUS in Heppenheim einig.
Thomas Metz und der Erste Betriebsleiter von Neue Wege, Stefan Rechmann, hatten gemeinsam mit Projektleiterin Brigitte Wecht am 26. April zum ersten hessenweit veranstalteten Aktionstag 50PLUS in das Heppenheimer Wicom Forum geladen. Unter dem Motto „Perspektive 50plus ein Gesicht geben – Erfolg braucht Erfahrung" trafen sich im Kreis Bergstraße Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Bildung sowie Arbeitsuchende, um über die Potenziale älterer Arbeitsuchender und deren Bedeutung für den Arbeitsmarkt zu sprechen. Bereits seit 2009 nimmt der Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter- am Bundesprogramm zur Verbesserung der Chancen von Langzeitarbeitslosen über 50 Jahren teil. Ein beachtlicher Erfolg: Bis heute konnte Neue Wege über 400 Arbeitslose über 50 Jahre in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse vermitteln.
Wenn ältere Menschen Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt hätten, dann sei das oft nicht eine Frage der Qualifizierung. Menschen, die viel Lebenserfahrung mitbringen, zeichnen sich auch in der Berufswelt durch Zuverlässigkeit, Gewissenhaftigkeit und Loyalität aus, sagte Metz in seiner Begrüßungsrede. Der Aktionstag 50PLUS sei darum ein Schritt in die richtige Richtung. Thomas Metz appellierte an die Gäste: „Unsere Aufgabe ist es, ein Bewusstsein für dieses Thema vor Ort zu schaffen. Dazu brauchen wir die Unternehmen, das Handwerk und den Mittelstand vor Ort.“
Auch Fußballlegende und Schirmherr des Projekts Klaus Schlappner fand lebhafte Worte zum Thema: „Die Bereitschaft ältere Arbeitnehmer einzustellen, müssen wir stärken! Unser aller Aufgabe ist es, dieses Thema mehr in die Öffentlichkeit zu bringen!“ Die ältere Generation bringe gegenüber jungen Menschen einen entscheidenden Vorteil mit: Erfahrung. In einer konkurrierenden Arbeitswelt könne kein Unternehmen im Wettbewerb auf solch eine Ressource verzichten. Er selbst habe sowohl in seiner Funktion als Handwerksmeister als auch Fußballtrainer immer wieder diese Lehre gezogen und davon profitiert.
Auch in der direkten Ansprache an die Arbeitslosen war Schlappner um deutliche Worte nicht verlegen: „Zupacken, Ärmel hochkrempeln und dann schnappt sie euch, die Arbeitsplätze ihr Ü-50er! Erlebt den Arbeitstag, mobilisiert euer Selbstbewusstsein – ihr werdet gebraucht!“
„Was brauchen Menschen über 50, um wieder in Arbeit zu kommen?“ lautete die zentrale Frage an alle Teilnehmenden. Für die Ideensammlung mittels Kärtchen stand ein „Wunschbaum“ aus Holz bereit, eine Projektarbeit die von Teilnehmern der Maßnahme „Neustart 50+“ des Trägers KuBuS e.V. gebaut wurde. Die Ergebnisse waren vielschichtig und regten zu einer lebhaften Diskussion an.
Brigitte Wecht, Projektleiterin 50PLUS, zieht ein Fazit: „Wir wollten mit unserer Veranstaltung ein Forum der Begegnung und Zusammenführung schaffen, um die Akteure aus Politik, Wirtschaft und Bildung an „einen Tisch“ zu bringen und um „50PLUS“ ein Gesicht zu geben. Unsere Veranstaltung zeigt, dass Gesprächsbedarf zu diesem Thema besteht. Der rege Austausch unter den Akteuren hat gezeigt, dass wir unser Netzwerk für die älteren Arbeitslosen weiter ausweiten müssen. Das gelingt jedoch nur, wenn wir alle an einem Strang ziehen. Meiner Meinung nach war der Tag ein voller Erfolg für alle Beteiligten!“
Landkreis Marburg-Biedenkopf: Wenn die Krankheit bremst:
Das KreisJobCenter stellt auch mit ComeBack@50 den Menschen in den Mittelpunkt (links Heike Weiß (Fachdienstleiterin ComeBack@50) und Gesundheitscoach Heinz Gebauer, sowie ganz rechts Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern)
Gesundheits-Coach hilft Kunden des KreisJobCenters auch beim Bändigen des inneren Schweinehunds - Informationen, Tipps und Lösungsvorschläge für eine Änderung des Lebensstils
Marburg-Biedenkopf 02. Februar 2012 – Das Risiko, arbeitslos zu bleiben, wird durch gesundheitliche Einschränkungen, die im Laufe der Arbeitslosigkeit zunehmen oder erst auftreten, nachweisbar zusätzlich erhöht. Ein Problem, dem das Team von ComeBack@50 beim KreisJobCenter (KJC) des Landkreises Marburg-Biedenkopf im Kundenkontakt täglich begegnet. Eine gezielte Gesundheitsförderung hilft deshalb dabei, diese Probleme zu meistern. Das Projekt ComeBack@50 kümmert sich gezielt und individuell um die Wiedereingliederung von über 50-jährigen Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt.
Im Rahmen eines Pressegesprächs stellte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern am Donnerstag in Marburg den ganzheitlichen Ansatz der Gesundheitsförderung vor. Die KJC-Kunden Annette Bethke (55) und Ralf Hildebrand (53) berichteten von ihren positiven Erfahrungen dieser Gesundheitsförderung.
Zuckerkrankheit und Gelenkbeschwerden, Rückenschmerzen oder schlechte Kondition des Herz-Kreislaufsystems bremsen viele Stellenvermittlungen von älteren Kunden des KJC regelrecht aus, was die Kunden schmerzlich trifft. „Viele Gesundheitsprobleme lassen sich durch eine Änderung des Lebensstils und tägliche Verhaltensänderungen deutlich mindern“, erklärt der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern. Rücken- und Gelenkbeschwerden ließen sich oft durch ein gezieltes Bewegungsprogramm reduzieren und die Kondition durch ein individuelles Sportangebot verbessern.
Doch nicht nur körperliche Beschwerden beeinträchtigen die Gesundheit, auch – und häufig begleitend – ist die Psyche betroffen. Äußerer Druck erzeugt oftmals dauerhaften inneren Druck, der sich wiederum in körperliche Beschwerden äußern kann. So „schlägt es einem auf den Magen“ oder man macht sich „ein schweres Herz“.
Auch Rehabilitationseinrichtungen kennen diese Zusammenhänge und setzen daher – neben der ärztlichen Behandlung – auch Sport- und Bewegungstherapie, Entspannungstraining und Ernährungsberatung zur Gesundheitsstärkung ihrer Patienten ein.
Dr. McGovern weist darauf hin, dass das KreisJobCenter erfolgreich auf eine frühzeitige Gesundheitsförderung durch einen Sport- und Bewegungstherapeuten setzt: „Für alle Kunden von ComeBack@50 wird zu Beginn ein begleitender Arbeitskreis über vier Wochen angeboten. Dabei wird auch das Thema Gesundheit von verschiedenen Seiten betrachtet.“ Dabei solle den Teilnehmern nicht mit erhobenem Zeigefinger der richtige Weg gewiesen werden. „Ziel ist es vielmehr, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass jeder selbst für seine Gesundheit verantwortlich und in der Lage ist, positiv darauf einzuwirken“, erläutert Dr. McGovern.
„Wenn wir die Themen Bewegung, Ernährung und Stress behandeln, dann so, dass die Teilnehmer sich dabei immer einbringen können, über persönliche Erfahrungen berichten oder ihre bisherigen Kenntnisse und Informationen wiedergeben können“, erklärt Personalvermittler Heinz Gebauer, der als ComeBack@50-Gesundheits-Coach die Workshops leitet. Es würde die Themen aufgegriffen, die den Teilnehmern besonders am Herzen liegen. „Aha-Erlebnisse sollen persönliche Betroffenheit auslösen und ein Umdenken fördern“, erläutert Gebauer. Die ComeBack@50-Kunden bekommen dabei nicht nur eine Fülle an gesundheitsfördernden Informationen, sondern auch praktische Lösungen und Tipps an die Hand, durch die sie Stressbelastungen besser bewältigen und dem „inneren Schweinehund“ besser Paroli bieten können.
Das Marburger Konzept des internen und externen Gesundheits-Coachings stößt über die Grenzen der Region hinaus auf Interesse und hat so etwas wie Vorbild-Charakter. Dies wird auch durch die anonymisierten Umfrageergebnisse von den Workshop-Teilnehmern bestätigt: 90 Prozent fanden den Workshop informativ, 80 Prozent bestätigten, dass die Inhalte auch hilfreich für ihren Alltag seien.
Gesundheitscoach Gebauer erklärt das gute Ergebnis so: „Man muss die Kunden da abholen, wo sie stehen. Durch gut gemeinte, aber lehrmeisterliche Ratschläge erreicht man sie nicht und verursacht eher Ablehnung.“
Fachtag "Stärke durch Vielfalt" präsentiert lokal entwickelte Integrationsprogramme für Langzeitarbeitslose
Im Gespräch: Moderator Holger Weinert (Hessischer Rundfunk), Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern (Landkreis Marburg-Biedenkopf) und Landrat Bernd Woide (Landkreis Fulda), von links.
11. Mai 2010
Auf dem Fachtag "Stärke durch Vielfalt" am 11.05.2010 in Fulda diskutierten über dreihundert Vertreter aus Beschäftigungspakten, Wirtschaft und Politik erfolgreiche Aktivierungs- und Integrationsmodelle hessischer Regionen. Basierend auf dem Programm "Perspektive 50 plus" des Bundesarbeitsministeriums zur Integration von langzeitarbeitslosen Menschen 50 plus in den ersten Arbeitsmarkt präsentierten sechs hessische Beschäftigungspakte eigene Programme und Maßnahmen zur Aktivierung und Integration dieser Menschen.
"Lokale Entwicklungen in den Beschäftigungspakten machen die Stärke des Bundesprogramms Perspektive 50 plus in den Regionen aus", sagte Landrat Bernd Woide bei der Eröffnung des Fachtags. "Innerhalb dieses Programms des Bundesarbeitsministeriums haben die Beschäftigungspakte vor Ort eigene Gestaltungsmöglichkeiten - und das setzt enorme Kräfte frei."
Martin Weiland vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Vertreter der sechs hessischen Beschäftigungspakte mit Moderator Holger Weinert (zweiter von links)
Die in Fulda von sechs hessischen Beschäftigungspakten präsentierten Aktivierungs- und Integrationsprogramme bilden einen Teil der Grundlagen, auf dem die wachsenden Vermittlungszahlen des Bundesprogramms, den Fachleuten in den Regionen und vor Ort den Raum gegeben haben, arbeitsmarktpolitisch Neues zu denken und dies dann auch umsetzen zu können.
Hinweis: Eine kleine Galerie mit Bildern vom Fachtag "Stärke durch Vielfalt" finden Sie am Ende dieser Seite.
Projekt "Perspektive 50plus" im Landkreis Hersfeld-Rotenburg präsentiert: 50 Film ab! Kurzfilme
Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz
Am 24. März 2010 wurden die vier Gewinnerfilme des "exground Filmfest" zum Thema "Alter und Arbeit" kostenfrei im KinoCenter in Bad Hersfeld gezeigt.
Zu den Gästen zählten regionale Unternehmer, IHK und Kreishandwerkerschaft mit ihren Mitgliedern und Hauptamtlichen sowie interessierte Menschen aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Eingeladen hatte Markus Battenberg, Projektleiter des Projekts "Perspektive 50plus" im Landkreis Hersfeld-Rotenburg und das Projektteam.
Frau Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz begrüßte um 18:00 Uhr über 100 Teilnehmer, die sich dem Thema "Alter und Arbeit" einmal auf eine andere Weise nähern wollten.
Das Projekt "Perspektive 50plus" im Landkreis Hersfeld-Rotenburg nutzte die Ideenvielfalt der Filmemacher um auf die "50plus" Thematik und Projektziele aufmerksam zu machen.
So wurden an dem Abend bestehende Kontakte zu Arbeitgebern und Entscheidern gepflegt und neue Kontakte geknüpft. Im Anschluss an die Vorführung wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit geboten, sich in persönlichen Gesprächen über die Projektergebnisse "Perspektive 50lus" der vergangenen 12 Monate und Ausblicke für das Jahr 2010 zu informieren.
Weiterhin wurden Informationen zum demographischen Wandel im Landkreis Hersfeld-Rotenburg präsentiert.
Der Filmabend hat den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht nur die Ernsthaftigkeit des Themenfeldes "Alter und Arbeit" gezeigt. Er hat auch eine Offenheit in den Köpfen der Zuschauer entstehen lassen, die in der Zukunft für eine kreative Zusammenarbeit genutzt werden soll.
Kampagnenjahr 2009 - "Perspektive 50plus - Beschäftigungspakte in den Regionen"
Der Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Marburg-Biedenkopf, Dr. Karsten McGovern (links), mit dem Staatssekretär im BMAS, Detlef Scheele
ComeBack@50 im Landkreis Marburg-Biedenkopf
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) verstärkt sein Engagement für das Bundesprogramm "Perspektive 50plus - Beschäftigungspakte in den Regionen", um die Beschäftigungsfähigkeit und -chancen der älteren Langzeitarbeitslosen zu verbesseren. Die regionale Umsetzung im Landkreis Marburg-Biedenkopf und dem Lahn-Dill-Kreis erfolgt durch den Beschäftigungspakt ComeBack@50. Insgesamt nehmen seit Beginn dieses Jahres 237 Arbeitsgemeinschaften und Optionskommunen an den 62 bundesweiten Beschäftigungspakten teil.
"Mit dem Ausbau des Bundesprogramms setzen wir in der aktuellen Situation ein klares Zeichen für die Zielgruppe der über 50-jährigen: Wir lassen sie bei der Arbeitssuche nicht allein", erklärt Bundesminister Olaf Scholz auf der Pressekonferenz am 20. Januar 2009 in Berlin. "Die Vermittlung älterer Langzeitarbeitsloser ist für alle Beteiligten ein Gewinn. Und dank "Perspektive 50plus" wissen immer mehr Arbeitgeber die Qualitäten dieser Frauen und Männer mit ihrer Berufserfahrung und Loyalität zu schätzen", so der Minister.
In diesem Jahr konzentriert sich das Bundesprogramm auf die Schwerpunktthemen Gesundheit, Mobilität sowie Steigerung der sozialen und fachlichen Kompetenzen. Hierzu werden in den Regionalprojekten die Arbeitgeber und Arbeitnehmer/-innen durch Publikationen und Veranstaltungen breitflächig informiert.
Ein Beispiel für die Umsetzung des Schwerpunktthemas "Steigerung der Mobilität von älteren Langzeitarbeitslosen" ist die Anschaffung von zwei PKWs durch ComeBack@50. Arbeitnehmer/-innen, die nicht über ein eigenes Auto verfügen, erhalten dadurch die Chance betriebliche Qualifizierungen oder Probearbeiten wahrnehmen zu können, die auf Grund von Arbeitszeiten (z.B. 3-Schichtproduktion) oder schlechter Anbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr nicht erreichbar sind. Auch Engpässe in der Mobilität bei kurzfristiger Arbeitsaufnahme können hierdurch kompensiert werden.
Hintergrundinformationen zum Thema soziale Schlüsselqualifikationen werden derzeit durch den Anfang des Jahres an ca. 2000 Arbeitsnehmer/-innen beider Landkreise verschickten Kalender geliefert. Neben dem eigentlichen Kalenderblatt greifen Themenblätter einzelne Bereiche von der Persönlichkeitsentwicklung bis zum Konfliktmanagement auf.
Weitere Kampagnen des regionalen Beschäftigungspaktes ComeBack@50 werden im Laufe des Jahres für Informationen und aktive Unterstützung von Arbeitgebern, Arbeitnehmer/-innen sorgen.
Hinweis: Das ComeBack-Magazin 5 steht auf dieser Seite zum herunterladen zur Verfügung.
Rückblick 2008 - Erfolgreiche Projektbilanz von ComeBack@50 im Landkreis Marburg-Biedenkopf
Seit Anfang 2008 unterstützen die zusätzlichen Teams von ComeBack@50 gemeinsam die Arbeitsvermittler der beiden Grundsicherungsstellen, Kreis-JobCenter in Marburg-Biedenkopf und Lahn-Dill-Arbeit GmbH in Wetzlar, bei der Integration älterer Langzeitarbeitsloser in den ersten Arbeitsmarkt.
In Zusammenarbeit der beiden Projektpartner konnten bis Ende 2008 insgesamt 1027 Projektteilnehmer/-innen unterstützt werden. 387 Projektteilnehmer/-innen über 50 Jahre wurden in eine sozialversicherungspflichtige Arbeit vermittelt. Das Jahrsplanziel von 305 Integrationen wurde am 16. Oktober vorzeitig erreicht. Zusätzlich wurden in Marburg 18 und in Wetzlar 14 geringfügige Beschäftigungsverhältnisse von den Projektteilnehmer/-innen aufgenommen. Dieser geringe Anteil so genannter Minijobs ist mit dem Fokus auf sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen zu erklären. Besonders erfreulich ist zu bewerten, dass im Jahr 2008 mit 322 Vermittlungen über 90% aller Arbeitsaufnahmen eine Beschäftigungsdauer von mehr als 6 Monaten aufwies. Vor allem der intensive Kontakt zu Arbeitgebern und Arbeitnehmer/-innen, auch nach Aufnahme des Beschäftigungsverhältnisses, hat dazu geführt, das kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse verlängert wurden. Auch bei Unstimmigkeiten während der Probezeit wurden die Betriebsberater von ComeBack@50 häufig in den Klärungsprozess mit eingeschaltet. So konnte mehrheitlich im Interesse aller Beteiligten die Situation gelöst werden.
Der Anteil der Vermittlungen, der im Rahmen von Zeitarbeitsverträgen zustande gekommen ist, liegt mit ca. 22% erfreulich niedrig. Bezogen auf die berufliche Tätigkeit wurden in den drei Bereichen Metallverarbeitung, Reinigung & Gästebetreuung und Verkehrs- & Lagerberufe mit jeweils über 60 Vermittlungen der Großteil aller Vermittlungen registriert, gefolgt von einem hohen Anteil von Vermittlungen (50) im Bereich der kaufmännischen Berufe. Das Tätigkeitsniveau verteilt sich auf der Grundlage, der vom Institut für Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen vorgegebenen Eingruppierung mit knapp 53% auf gering qualifizierte Tätigkeiten (Hilfetätigkeit) im Vergleich zu 46% Fachtätigkeiten. Höher qualifizierte Tätigkeiten mit Führungsaufgaben wurden zu einem Prozent von Arbeitnehmer/-innen aufgenommen.
Die von ComeBack@50 genutzte gemeinsame Datenbank ermöglicht eine zunehmende Vermittlung von Menschen über die Kreisgrenzen hinweg. Hier wird auch im Jahr 2009 noch ein deutlicher Anstieg von Vermittlungen von Kunden/-innen des jeweils anderen Kreises erwartet. Dies kommt vor allem im Bereich der Fachkräfte den Arbeitgebern zu Gute.
Hinweis: Das ComeBack-Magazin 5 steht auf dieser Seite zum herunterladen zur Verfügung.
Erfahrung ist Trumpf
Fotomodells bei der Bildübergabe
Bad Hersfeld, 20. Juni 2008
"Erfahrung ist Trumpf" - das ist das Leitmotiv der Initiative 50plus, mit der die Optionskommune Landkreis Hersfeld-Rotenburg ältere Arbeitslose über Qualifizierungen und direkten Kontakten zu Unternehmen wieder in Beschäftigungsverhältnisse bringen will. "Schon heute ist der Facharbeitermangel spürbar. Deshalb kann es sich eigentlich kein Unternehmen leisten, Arbeitnehmerpotentiale aus Altersgründen brach liegen zu lassen", erklärte Erste Kreisbeigeordnete Christa Bittner vor Unterstützern des Projektes.
Damen und Herren, die in der zweiten Hälfte ihres Arbeitslebens stehen, hatten sich für die Kampagne "Erfahrung ist Trumpf" für ein Foto-Shooting zur Verfügung gestellt, zeigten dabei, wie fit sie in ihrem Beruf sind und unterstützen damit das Projekt. Als Dankeschön erhielten alle "ihr" Portrait aus der Hand von Christa Bittner.
Die Bilder werden in einer Informationskampagne für den regionalen Beschäftigungspakt "Perspektive 50plus - Beschäftigungspakte im Landkreis Hersfeld-Rotenburg" verwendet. Das Projekt beinhaltet neben Qualifizierungen und Förderung auch Maßnahmen wie Werbeaktionen, um die Initiative einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Durch die "50plus-Modells", die aus der tatsächlichen Arbeitswelt stammen, wird authentisch auf die Stärken älterer Beschäftigter und ihre Kompetenzen aufmerksam gemacht.
Innerhalb des Projektes "Perspektive 50plus" werden Handlungsstrategien entwickelt, um neue Beschäftigungsmöglichkeiten für ältere Menschen zu eröffnen. Zu den bundesweit 194 Projektregionen zählt auch der Landkreis Hersfeld-Rotenburg, der als Optionskommune die Betreuung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen in alleiniger Trägerschaft wahrnimmt.
Markus Battenberg, Projektleiter im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, berichtete über die geleisteten Vorarbeiten. Jetzt werde mit Hochdruck an der Umsetzung des Aktionsplanes "Erfahrung ist Trumpf" gearbeitet. "Arbeitsplätze für 50plus Arbeitnehmer können nur von den Unternehmen geschaffen werden, der Landkreis ist dabei aber immer begleitend und unterstützend tätig", so Markus Battenberg. Deshalb sollen in Kürze Kontakte zu rund 2.000 Betrieben in der Region aufgebaut werden.
Die erfolgreiche Integration älterer Arbeitsloser wird mit den benachbarten Landkreisen Fulda, Hersfeld-Rotenburg und Vogelsbergkreis organisiert. Zu diesem Zweck trafen sich die Verantwortlichen im März 2008 und unterzeichneten einen Kooperationsvertrag, der für die Projektlaufzeit bis 2010 die Zusammenarbeit über Landkreisgrenzen hinweg abstimmt. Dabei wollen sich die Partner auf die marktorientierte Qualifizierung von älteren Langzeitarbeitslosen in Zusammenarbeit mit Unternehmen konzentrieren. Zudem sollen Integrationsstrategien optimiert, für eine Chancengleichzeit für Männer und Frauen gesorgt und auch arbeitsmarktferne Kunden aktiviert werden.
Kooperationsvereinbarung zwischen den Landkreisen Fulda, Hersfeld-Rotenburg und Vogelsbergkreis
von links nach rechts: Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt (Hersfeld-Rotenburg), Erste Kreisbeigeordnete Christa Bittner (Hersfeld-Rotenburg), Landrat Rudolf Marx (Vogelsbergkreis) und Landrat Bernd Woide (Fulda)
Wirtschaftliche Strukturen und regionale Potenziale
Für die zweite Phase des Bundesprogramms Perspektive 50plus wird die erfolgreiche Integration älterer Arbeitsloser mit den benachbarten Landkreisen Fulda, Hersfeld-Rotenburg und Vogelsbergkreis in Abstimmung organisiert.
Zu diesem Zweck trafen sich die Verantwortlichen und unterzeichneten einen Kooperationsvertrag, der für die Projektlaufzeit bis 2010 die Zusammenarbeit über Landkreisgrenzen hinweg abstimmt.
Für die Zusammenarbeit spricht unter anderem auch die Tatsache, dass zwischen den Landkreisen Übergangsräume bestehen und Pendlerströme agieren, für die Landkreisgrenzen kaum eine Rolle spielen.
von links nach rechts: Projektkoordinator Manfred Hempe, Markus Battenberg (Hersfeld-Rotenburg), Hans-Ulrich Merle (Vogelsbergkreis), Ulrich Nesemann (Fulda)
Zusammenarbeit und Ziele
Die Projektverantwortlichen, für den Landkreis Fulda Ulrich Nesemann, für den Vogelsbergkreis Hans-Ulrich Merle und für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg Markus Battenberg, haben im Vorfeld die Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Bereich Qualifizierung und Förderinstrumente abgestimmt.
Ebenso wurden für die zweite Projektphase folgende Zielsetzungen ins Auge gefasst:
- Marktorientierte Qualifizierung in Zusammenarbeit mit Unternehmen
- Optimierung der Integrationsstratgie
- Herstellen der Chancengleichheit für Männer und Frauen
- Aktivierung auch marktferner Teilnehmer
von links nach rechts: Projektkoordinator Manfred Hempe, Jürgen Stock (Fulda), Ulrich Nesemann (Fulda), Hans-Ulrich Merle (Vogelsbergkreis)
Nützliche Erfahrungen
"Die Projekt Erfahrungen der letzten Jahre ist für die neuen Projektpartner sehr nützlich, für uns ergibt sich aber auch die Möglichkeit abgestimmte, übergreifende Vorgehensweisen bei der Integration von Menschen in Arbeit umzusetzen, so ist eine Zusammenarbeit ein Nutzen für alle Beteiligten aber besonders für die Menschen vor Ort", so Jürgen Stock, Abteilungsleiter Amt für Arbeit und Soziales in Fulda.
